Webcam Diggs Cam


Aktivitäten

Kapitel 3 - Aktivitäten

Inhalt
  • Was sind Aktivitätstoken?
  • Welche Arten von Token gibt es?
  • Was sind Prozesse?
  • Unix Prozesserzeugung
  • Zustände von Prozessen

Was ist ein Aktivitätstoken?

  • Ist sehr abstrakt zu sehen
  • Ein Aktivitätstoken haucht dem Programm erst "Leben" ein
  • Beschreibt ein aktiven oder wartenden Prozess
  • Es muss eine Art virtuellen Programmcounter im eigenen virtuellen Steuerwerk des Prozesses geben

Was ist Multitasking?

Ist die Fähigkeit Prozesse parallel laufen zu lassen. Bei Einprozessormaschinen (kooperativ oder preemtiv) wird die Leistungsfähigkeit damit optimal ausgenutzt. Die verschiedenen Betriebsmittel können von mehreren Prozessen mehrfach bzw. parallel genutzt werden.

Welche Aktivitäten gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Token Verteilung Protokoll BM-Zuteilung
Prozedur Eins für alle - Call Return Exclusiv
Coroutine Eins für alle - Resume, aber dynamischer Eintrittspunkt (kooperatives Multitasking) Exclusiv
Prozess Pro Prozess Pro Prozess Keine Übergabe, da Prozess Token behält Exclusiv
Thread Pro Prozess Pro Thread Eins Keine Übergabe, da Prozess Token behält Threads sind in Prozessen gruppiert und teilen sich dort die Betriebsmittel

Welche Betriebsmittel benötigt eine Aktivität mindestens?

  • Programmcode
  • Hauptspeicher
  • Steuerwerk

Wodurch wird ein Prozess beschrieben?

  • ein im System eindeutiger Identifikator (PID)
  • Liste mit Betriebsmittel-Forderungen
  • Liste mit zugeteilten Betriebsmitteln
  • Ein Folge der bisherigen Anweisungen
  • Die Anfangswertbelegungen der zugeteilten Betriebsmittel

Welche Probleme treten mit Prozessen auf?

  • Determiniertheit (Durch Mehrfachverwendung von Betriebsmitteln ist diese so nicht mehr gegeben und Synchronisation wird notwendig)
  • Mutual Exclusion
  • Synchronisation (Abstimmung zwischen Threads)
  • Kommunikation (Synchronisation und Austausch von Daten zwischen Prozessen)
  • Lebendigkeit

Welche Zustände kann ein Prozess einnehmen?

  • nicht existent (Prozess noch nicht definiert)
  • bereit (besitzt alle angeforderten Betriebsmittel außer den Prozessor)
  • aktiv (besitzt mindestens die angeforderten Betriebsmittel)
  • wartend (wartet noch auf noch nicht zugeteilte Betriebsmittel)


Prozess

Wie wird ein Prozess im Unix erstellt?

  • mit Systemaufruf fork() wird ein komplettes Speicherabbild eines schon bestehenden Prozesses erzeugt (bei NT wird Prozess mit einem Initialzustand erstellt)
  • Deshalb erben neue Prozesse eventuelle Variablen des Vaterprozesses
Deshalb terminiert folgende Schleife nicht unter NT aber unter Unix:

For ( i=1; i<3; i++) fork();

Einige Unix-Systembefehle zur Prozesserzeugung:

  • fork(), vfork() zum Prozesserstellen mit Speicherabbild des Vaters
  • clone() erstellt einen Prozess der der den Speicher und Deskriptoren mit Vater teilt
  • execl(), execv(), execle(), execlp(), execvp() zum Kopieren eines Programms in den Speicher
  • wait(), waitpid() zum Warten auf Ende des Sohnprozesses
  • exit() zum Beenden eines Prozesses
http://unixhelp.ed.ac.uk/CGI/man-cgi

Ein Beispielcode für eine Einfache Unix-Shell


#include sys/types.h
#include sys/wait.h
#include unistd.h
#include stdlib.h
#include stdio.h
#include string.h

using namespace std;


int main(void){

pid_t pid; //für PID des Sohnes 
char str1[1000]; //Befehlsbuffer

while(1)
{

	printf("\nDiggs mini bash. (PID=%d)\n\n",getpid());
	printf("> ");

	scanf("%s",str1); //Befehl lesen

	if (strcmp(str1,"exit")==0) break; //exit beendet

	if ((pid=fork())<0) //Prozess kopieren
	{
		printf("EXEC Operation failed!\n\n");
		exit(0);
	}

	if (pid==0) //im Sohnprozess exec
	{	    			
		char *cmd=strtok(str1," ");
		execlp (cmd,cmd,0); //Speicher überschreiben
		
		printf("command not found!\n");
		exit(0); //manuell terminieren

	} //Vaterprozess muss warten
	else waitpid(pid,0,0);	
	}

return 0; 
}

Der Vaterprozess liest einen Befehl (hier nur ohne Parameter) und startet danach einen Sohnprozess mit fork() in welchem mit dem Befehl exec das aufzurufende Programm in den Speicher kopiert wird. Schlägt exec fehl muss mit exit der Sohnprozess manuell beendet werden, da dieser sonst nicht terminieren würde.

Am Besten einfach ausprobieren. Den Quellcode eingeben oder kopieren und mit dem gcc compilieren:
gcc minishell.cc -o minishell 
Aufruf: ./minishell

Wie werden Prozesse verwaltet?

Das Betriebssystem verwaltet alle Prozesse. Die Prozesse besitzen einen PCB (Process Controll Block, in welchem alle zum Prozess gehörigen Informationen gespeichert werden. Das Betriebssystem hat nun die Aufgabe alle n Prozesse auf einen oder mehr Prozessoren abzubilden.

Was ist Timesharing?

Timesharing ist die gemeinsame Benutzung des Betriebsmittels Prozessor von mehreren Prozessen. Dabei ermittelt ein Scheduler den nächst auszuführenden Prozess. Ein Task-Switch bzw. Context-Switch bezeichnet eine solche Umschaltung zwischen den Prozessen.

Was sind virtuelle Geräte bzw. Betriebsmittel?

Virtuelle Geräte stellen durch das Betriebssystem simulierte Geräte mit idealisierten Eigenschaften dar. Bewerkstelligt wird damit die Abstraktion von den Eigenschaften realer Geräte mit dem Ziel der Geräteunabhängigkeit. In der Regel stellen virtuelle Geräte jedem Prozeß eine synchrone Operation zur Verfügung. Dabei kann es erheblich mehr virtuelle als reale Geräte geben. Beispiele für virtuelle Betriebsmittel sind Druckerspooler oder Dateien.
Printansicht Inhalt Anfang zurück vor
Kapitel 1Einleitung
Ebenen- oder Schichtenmodell, Aufgaben...
Kapitel 2Modelle
Schichtenmodell, Betriebsmittel, Instanzen...
Kapitel 3Aktivitäten
Token, Multitasking, Prozesse,Timesharing...
Kapitel 4Kritischer Abschnitt
Gegenseitiger Ausschluss,Peterson,Semaphore...
Kapitel 5Scheduling
Prozessorzuteilung, Prioritätsscheduling, RR...
Kapitel 6Speichermanagment
Freispeicherverwaltung, Segmentierung, Paging...
Kapitel 7Seitenersetzung
NRU, FiFo, Second Chance, LRU, NFU, Aging...
Kapitel 8Deadlocks
Bedingungen, Erkennung und Auflösung...
Kapitel 9Dateisysteme
Freispeicherverwaltung, Festplattenscheduling...
UNIX Codes
Unix Prozesse
Kommunikation
Quellen:
Andrew S. Tanenbaum
Computerarchitektur
Andrew S. Tanenbaum
Moderne Betriebssysteme
Petterson
Computer Architectur & Design
Christian Märtin
Rechnerarchitekturen
Kalfa
Skript und Vorlesung
Word Wide Web
Verschiedenste Seiten
Links:
Prozesse
FH-Bielefeld

login

last change 06.04.2008 16:28:45  © 2002 - 2005 Holger Kreissl