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Planen

Kapitel 5 - Planen

Nennen sie die vier grundlegenden Repräsentationen eines suchorientierten Problemlösers!

Repräsentation von Aktionen

Aktionen werden dargestellt durch Programme. Sie erzeugen Beschreibungen der Folgezustände.

Repräsentation von Zuständen

Gegeben ist ein vollständiger Anfangszustand. Da Aktionen vollständige Zustandsbeschreibungen erzeugen sind alle Zustände vollständig. Ein Zustand ist meistens eine einfache Datenstruktur.

Repräsentation von Zielen

Die einzige verfügbare Information über Ziel ist das Zielprädikat und heuristische Funktion. Die Informationen werden auf die Zustände angewandt, um deren Wünschbarkeit zu bestimmen.

Repräsentation von Plänen

Eine Lösung ist eine Folge von Aktionen. Eine Suche betrachtet nur zusammenhängende ununterbrochene Folgen von Aktionen, die beim Anfangszustand beginnen.

Beschreiben Sie die drei Schlüsselideen, die dem Planen zu Grunde liegen!

"Öffne" die Repräsentation der Zustände, Ziele und Aktionen

  • durch Verwendung geeigneter Repräsentationsformen, wie z.B. die Logik erster Ordnung
  • Zustände und Ziele sind darin Sätze
  • Aktionen sind logische Beschreibungen von Vorbedingungen und Wirkungen
  • So werden Zustände und Aktionen miteinander verbunden

Der Planer kann stets Aktionen zum Plan hinzufügen

  • Nicht nur am Anfang, auch mitten in der Planung
  • Somit müssen Planung und Ausführung nicht streng getrennt werden
  • Durch Verschieben von nicht notwendigen Aktionen nach "hinten" wird dadurch der Verzweigungsfaktor stark reduziert

Meist herrscht Unabhängigkeit von Teilmengen einer Welt

  • Deshalb kann oft ein Ziel aus Konjunktion mehrerer unabhängiger Teilziele formuliert werden
  • Divide-and-Conquer dafür prädestiniert

Beschreiben sie Zustände, Ziele und Aktionen in der STRIPS-Sprache?

Zustände

Sind Konjunktionen funktionsfreier Grundliterale, bestehend aus Prädikaten angewandt auf Konstanten. Zustandsbeschreibungen müssen nicht vollständig sein, da in einer unzugänglichen Welt der Zustand so gut wie nie vollständig ist.

Ziele

Ziele sind Konjunktionen funktionsfreier Literale (Variablen zugelassen).

Aktionen

  • Aktionsbeschreibung (Beschreibung dessen was Agent an Umgebung ausgibt, um zu handeln)
  • Vorbedingung (Konjunktion vom Atomen, die spezifiziert was vor Ausführung gelten muss)
  • Wirkung (Konjunktion von Literalen, die beschreibt, wie sich Situation nach Aktion verändert)
  • OP(Action(GeheZu(dorthin), Precond(An(hier) and Pfad(hier, dort), Effect(An(dort) and not an (hier))
  • Beim Planen sind nur Aktionen enthalten und KEINE Zustände

Was macht ein Situationsraum-Planer?

Er betrachtet Zustände. Ein Situationsraum-Planer ist ein Algorithmus, der im Raum der Situationen oder Zustände einen Pfad von einem Anfangs- zu einem Zielzustand durch Anwendung von der verfügbaren Operationen bestimmt. Dabei gibt es Vorwärts- und Rückwärtsplaner.

Rückswärtsplaner

  • Zustände im Allgemeinen nur partiell bestimmt
  • Information reicht aber aus, um auf Vorhängerzustände zu schließen
  • Nachteil der Rückwärtsplanung ist die Konjunktion der Literale, von denen jedes ein zu erfüllendes Teilziel darstellt

Was verstehen Sie unter einem Planraum?

Ein Planraum betrachtet nicht die Zustände, sondern die Aktionen. Ein Planraum ist eine Menge partieller Pläne mit den dazugehörigen Operationen, die solche Pläne in ebensolche überführen können.
Bei Erstellung eines Plans für ein Problem beginnt man mit einem einfachen unvollständigen Plan und modifiziert diesen mit den Operatoren solange, bis er vollständig ist.
Solche Operatoren sind Hinzufügen eines Schrittes, das Ordnen von Schritten und das Instanziieren von Variablen.
  • Verfeinerungsoperatoren, beschränken die Menge der vollständigen Pläne durch Bedingungen (Constraints)
  • Alle restlichen Operatoren sind Modifikationsoperatoren
Kausale Kanten im Planraum beschreiben den Zweck von Schritten in einem Plan.

Was sind kausale Kanten?

Sie Beschreiben den Zweck von Schritten in einem Plan, d.h. welche Vorbedingungen für einen Situationswechsel gelten müssen. Ein Planungsalgorithmus schützt kausale Kanten, so dass zwischen zwei Aktionen die durch eine kausale Kante verbunden sind, keine Aktion eingeschoben werden kann, welche die Vorbedingung aufheben würde.
Muß eine Aktion eingefügt werden, kann der Planungsalgorithmus sie entweder vor der kausalen Kante (Demotion) oder nach ihr (Promotion) einfügen.

Planen mit partiell instanziierten Operatoren

Wie kann man mögliche Bedrohungen kausaler Kanten entdecken und behandeln?

Eine Vorbedingung c stellt eine mögliche Bedrohung einer Vorbedingung c' dar, wenn es einen Unifikator gibt, so dass
UNIFY( c ) = ! UNIFY( c' )
ist. Es gibt drei Wege mögliche Bedrohungen zu behandeln:

Auflösung sofort mit einem Gleichheitsconstraint

Alle möglichen Bedrohungen werden sofort aufgelöst. Dabei wird eine Variable mit einem Wert so vorbelegt, dass ein Widerspruch zu einer anderen Vorbedingung nicht entstehen kann (Gleichheitsconstraint).

Auflösung sofort mit einem Ungleichheitsconstraint

Wie oben, nur dass eine bestimmte Belegung von Variablen ausgeschlossen wird, aber alle anderen erlaubt werden. Ist nur schwer zu implementieren.

Auflösung später

Alle Bedrohungen werden solange ignoriert, bis sie notwendige Bedrohungen werden, d.h. ein expliziter Widerspruch vorliegt. Dann wird durch Demotion oder Promotion aufgelöst. Vorteil ist, dass schwache Festlegungen getroffen werden können. Nachteil ist, dass es schwer zu entscheiden ist, ob ein Plan auch eine Lösung darstellt.
Intelligente Agenten
Agententypen, Eigenschaften einer Agentenumgebung, Problemformulierung, Problemtypen, Zustandsraum
Lösen durch Suchen
Knoten, Rand, allgemeiner Suchalgorithmus, blinde Suchverfahren, heuristische Suchfunktionen, Optimierung
Schlußfolgern
Wissensbasis, Inferenzmaschine, autonom, Wissensrepräsentation, Konsequenz, Inferenzen, Aussagenlogik
Logik 1. Ordnung
Eigenschaften und Bestandteile, Symbole und Sätze,Ortsbestimmung, Ableiten, Vorwärts- und Rückwärtsverkettung
Planen
Repräsentationen, Ziele und Aktionen, Situationsraum, Planraum, Kausale Kanten, Promotion, Demotion
Handeln
Bedingtes Planen, Ausführungsüberwachung, Unsicherheit, Evidenz, Wahrscheinlichkeitsaxiome, Bayessche Regel
Beobachten
Modell lernender Agenten, Performanzelement, Lernelement, Kritik, Problemgenerator, induktives Lernen
Neuronale Netze
Struktur, Begriffe, Rechenelemente, Perzeptron, Anwendungen
Quelle: Die Ausarbeitung basiert auf dem Skript von Prof. Dr. Werner Dilger
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