Kapitel 6 - Planen und Handeln und Unsicherheit
Welche zwei Möglichkeiten gibt es zur Behandlung eines Problems mit
unvollständigen oder inkorrekten Informationen?
Bedingtes Planen
- Es wird ein bedingter Plan konstruiert
- Berücksichtigt jede mögliche Situation
- Agent stellt im Plan durch Sensoraktionen fest, welchen Teil des Plans er
verfolgen soll
- Durch die Sensoraktionen werden die Constraints im Plan geprüft
Ausführungsüberwachung
- Agent beobachtet während Ausführung was geschieht
- Dadurch kann er feststellen, wenn etwas anders läuft als geplant
- Der Agent kann dann durch Nachplanen versuchen, sein Ziel trotzdem zu
erreichen
Wie funktioniert das bedingte Planen?
Bedingtes Planen ist das Wesen bedingter Pläne. Zur Formulierung bedingter
Pläne benötigt man bedingte Ausdrücke in der Form
"If (Condition,Then,Else)"
. Der Agent muß während Ausführung die Bedingungen auf Wahrheit prüfen können.
Dem Agenten werden Fakten durch Wahrnehmungen bekannt, die er sich durch
Sensoraktionen besorgen muß. Zusätzlich zum gewöhnlichen
Planungsprozeß wird das Konzept des Kontextes eines Schritts im Plan benötigt.
- Ist die Menge aller Bedingungen die gelten müssen, damit der Schritt
ausgeführt werden kann
- Er beschreibt im Wesentlichen den Zweig, in dem der Schritt liegt
- Ist ein Kontext eines Schrittest festgelegt, so erben alle Nachfolgschritte
diesen.
- Zwei Schritte die in verschiedenen Kontexten liegen können nicht beide
ausgeführt werden
- Deshalb können sich solche Schritte nicht beeinflussen
- Kontexte wichtig, um Buch zu führen, welche Schritte die Vorbedingungen
welcher Anderen verletzen oder bestätigen würden
Laufzeitvariable sind Variablen, welche erst während der Ausführung mit Werten
belegt werden.
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Planung und Ausführung!
Es herrscht vollständige Integration von Planung und Ausführung. Planung und
Ausführung werden im folgenden nicht mehr als getrennte Prozesse betrachtet.
Vielmehr werden sie zu einem situierten Planungsagenten zusammengefaßt. Dieser
Agent wird selbst als Teil eines großen Plans betrachtet - seines
Lebensplans.
Seine Aktivitäten sind:
- Ausführen einiger Schritte des Plans, die zur Ausführung anstehen
- Verfeinern des Plans um eventuelle Mängel zu eliminieren
- Verfeinern des Plans aufgrund zusätzlich gewonnener Informationen
- Überarbeiten des Plans, aufgrund unerwarteter Veränderungen der Umwelt
Der Agent kann bereits mit der Planausführung beginnen, wenn der Plan noch
nicht komplett berechnet wurde. Insbesondere wenn der Plan unabhängige Teilziele
erhält, lässt sich so viel Zeit sparen.
Unsicherheit
Was ist Handeln unter Unsicherheit?
Agenten haben in Realität fast nie Zugang zur vollständigen Wahrheit über ihre
Umgebung. Es gibt fast immer fragen, welche kategorisch beantwortet werden können.
Deshalb muß der Agent in der Lage sein, unter Unsicherheit zu handeln.
Unsicherheit kann auch dadurch entstehen, wenn der Agent seine Umwelt falsch
interpretiert oder nur unvollständig wahrnimmt.
Was ist ein Qualifikationsproblem?
Viele Regeln über den Anwendungsbereich können auf Grund der zu großen
Komplexität, oder einfach weil einige unbekannt sind, unvollständig sein.
Die Wahl der richtigen Aktion, d.h. die rationale Entscheidung ist abhängig von der
Relativen Wichtigkeit verschiedener Ziele und der Wahrscheinlichkeit, daß sie und
bis zu welchem Grad sie erreicht werden.
Weshalb ist die Behandlung von unsicheren Wissen notwendig?
Behandlung von unsicherem Wissen in einem Bereich, welcher einen sehr hohen
Anteil an unsicheren Wissen bereitstellt, scheitert aus drei Gründen (Bsp.:
Medizin)
- Faulheit, da es viel zu Aufwendig ist, die vollständige Menge an
Voraussetzungen und Konsequenzen einzugeben
- Theoretische Unwissenheit, da das Gebiet selbst keine vollständige Theorie
besitzt
- Praktische Unwissenheit, da selbst wenn alle Regeln bekannt wären, das Risiko
viel zu hoch wäre (Bsp. Patienten)
Über welchen Ansatz wird mit unsicherem Wissen umgegangen?
- Es wird mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet
- Die Verknüpfung von Ursachen und Diagnose ist keine logische Konsequenz
- Deshalb können auch keine Wahr / Falsch Aussagen getroffen werden, sondern
bestenfalls ein Grad an Überzeugung
- Umgesetzt wird dies durch einen Wahrscheinlichkeitswert zwischen null
(Wahrscheinlich falsch) und eins (wahrscheinlich wahr)
- Sätze welche subjektiv sind oder durch Vereinbarung festgelegt wurden, werden
mit der Fuzzy-Logik behandelt
Was verstehen sie unter Evidenz?
- Die Wahrscheinlichkeit, die ein Agent einem Satz zuordnet, hängt von den
Wahrnehmungen ab, die er bis zum aktuellen Zeitpunkt ermittelt hat. Dieser
Sachverhalt ist die Evidenz.
- Somit können sich die Wahrscheinlichkeiten einer Wissensbasis ändern, wenn
mehr Evidenz gewonnen wurde.
- Deshalb müssen alle Wahrscheinlichkeitsaussagen einen Hinweis ihre Evidenz
enthalten
- Wahrscheinlichkeiten die vor Erhalt einer Evidenz gemacht werden, heißen a
priori oder unbedingte Wahrscheinlichkeiten, die restlichen postpriori- oder
bedingte Wahrscheinlichkeiten
Was heißt A Priori Wahrscheinlichkeit?
- Ist die unbedingte Wahrscheinlichkeit P(A)
- Diese Aussage kann nur getroffen werden, wenn keine andere Information in
diesem Kontext vorliegt
- Liegt eine neue Information vor, kann nur noch eine bedingte
Wahrscheinlichkeit getroffen werden
Was heißt A Postpriori Wahrscheinlichkeit?
- Ist die bedingte Wahrscheinlichkeit P(A | B)
- Sobald der Agent Evidenz über eine bisher unbekannte Aussage erhält, kann er
keine unbedingte Wahrscheinlichkeit mehr zuordnen
- Er kann nun bedingte Werte zuordnen: "die Wahrscheinlichkeit von A unter der
Voraussetzung, daß B alles ist, was bekannt ist"
- Bei der Formulierung von P(A | B) ist darauf zu achten, daß keine weiter
Information C vorliegt.
- Ist dies der Fall, so kann man nur die a postpriori Wahrscheinlichkeit P( A |
B and C ) angegeben werden
Nennen Sie die drei Wahrscheinlichkeitsaxiome!
- Alle Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 0 und 1
- Notwendigerweise wahre Aussagen haben Wahrscheinlichkeit 1, notwendigerweise
Falsche die Wahrscheinlichkeit 0
- Die Wahrscheinlichkeit einer Disjunktion ist definiert durch P(A oder B) =
P(A) + P(B) - P(A und B)
Was verstehen Sie unter kombinierter Wahrscheinlichkeitsverteilung?
- Ein probabilistisches Modell einer Domäne besteht aus einer Menge von
Zufallsvariablen, die einzelne Werte mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten annehmen
können
- Ein atomares Ereignis ist eine Zuordnung einzelner Werte zu allen Variablen
- Die kombinierte Wahrscheinlichkeitsverteilung P(X1...Xn) ordnet allen
möglichen atomaren Ereignissen Wahrscheinlichkeiten zu
- Da sich atomare Ereignisse gegenseitig ausschließen, ist ihre Konjunktion
zwangsweise falsch und ihre Disjunkion zwangsweise wahr.
Wozu die Bayessche Regel?
- Durch gleichsetzen der Produktregeln erhält man die Gleichung für die
Bayessche Regel
- Alle probabilistischen Systeme in der KI basieren auf ihr
- Die Gleichung repräsentiert wieder eine Menge von Gleichungen, die die
entsprechenden Elemente in der Ergebnistabelle zueinander in Beziehung setzen
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Kapitel 1
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Intelligente Agenten
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Agententypen, Eigenschaften einer Agentenumgebung, Problemformulierung,
Problemtypen, Zustandsraum
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Kapitel 2
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Lösen durch Suchen
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Knoten, Rand, allgemeiner Suchalgorithmus, blinde Suchverfahren, heuristische
Suchfunktionen, Optimierung
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Kapitel 3
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Schlußfolgern
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Wissensbasis, Inferenzmaschine, autonom, Wissensrepräsentation, Konsequenz,
Inferenzen, Aussagenlogik
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Kapitel 4
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Logik 1. Ordnung
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Eigenschaften und Bestandteile, Symbole und Sätze,Ortsbestimmung, Ableiten,
Vorwärts- und Rückwärtsverkettung
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Kapitel 5
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Planen
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Repräsentationen, Ziele und Aktionen, Situationsraum, Planraum, Kausale Kanten,
Promotion, Demotion
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Kapitel 6
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Handeln
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Bedingtes Planen, Ausführungsüberwachung, Unsicherheit, Evidenz,
Wahrscheinlichkeitsaxiome, Bayessche Regel
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Kapitel 7
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Beobachten
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Modell lernender Agenten, Performanzelement, Lernelement, Kritik, Problemgenerator,
induktives Lernen
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Kapitel 8
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Neuronale Netze
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Struktur, Begriffe, Rechenelemente, Perzeptron, Anwendungen
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Quelle: Die Ausarbeitung basiert auf dem Skript von Prof. Dr.
Werner Dilger
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